Zu den großen Seltenheiten gehört die erste Single Mathar / Regards from Freddie Horowitz des Dave Pike Sets, die meist für dreistellige Summen gehandelt wird. Nun hat das britische Plattenlabel WallenBink die rare Single neu aufgelegt, zusammen mit weiteren Singles des MPS/SABA-Labels. Im Gegensatz zu einer älteren Neuauflage von 2001 hat die WallenBink-Version das originale Cover-Motiv, allerdings mit leicht veränderter Typographie.

Am 26. August enthüllte Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch mit Evelyn Kriegel eine Gedenktafel für Volker Kriegel an seinem Geburtshaus in der Waldkolonie im Dornheimer Weg 66. Dort lebte Kriegel von 1943 bis 1953 und von 1965 bis 1968.

„Mit der heute enthüllten Plakette würdigen wir die Leistungen des Musikers, Zeichners und Autors Volker Kriegel für das kulturelle in Leben in Darmstadt und darüber hinaus“, sagt dazu OB Jochen Partsch. „Volker Kriegel wird meist der Frankfurter Szene zugeschrieben, die meiste Zeit seines Lebens wohnte er in Wiesbaden und gehörte zu den bundesweit gefeierten Jazz-Musikern. Aber Volker Kriegel war auch Darmstädter – an ihn erinnern wir mit der heutigen Enthüllung der Plakette im öffentlichen Raum.“

Naxos veröffentlicht die mittlerweile vergriffenen Lost Tapes (2013) mit den Aufnahmen, die Volker Kriegel in verschiedenen Besetzungen für den Südwestfunk (SWF) gemacht hat, in neuer Aufmachung unter dem Titel Mainz Studio Recordings 1963-1969 als Doppel-CD und in einer „Extended Version“ für Download und Stream auf verschiedenen Plattformen. Die Aufnahmen zeigen eindrucksvoll, dass Volker Kriegel schon sehr früh seinen eigenständigen Klang gefunden hatte und dokumentieren seinen Weg zur Karriere als Profimusiker, die mit der Gründung des Dave Pike Set begann, sowie seine Zusammenarbeit mit dem aus Brasilien stammenden Vibraphonisten Claudio Szenkar (1940 – 2002).

Die hr-Bigband unterstützt mit Web-Konzerten-Reihe lokale Musiker, die als Solo-Selbständige in Zeiten der Corona-Pandemie keine Auftrittmöglichkeiten haben. Diese verdienstvolle Reihe begann am 22. November 2020 mit den drei Gitarristen Max Clouth, Martin Lejeune und Torsten de Winkel, die zusammen mit der HR Bigband Kompositionen von Volker Kriegel im Arrangement von Jim McKneely interpretierten.

Auch der Videostream des Konzertes „Mild Maniac“ – Hommage an Volker Kriegel vom November 2019 – mit den drei Gitarristen John Schröder, Jesse van Ruller und Martin Scales ist online verfügbar. Für den vollen Hörgenuss gibt es die CD Kriegel Today!

Das Debütalbum des legendären Dave Pike Sets aus dem Jahr 1969 wird am am 2. Oktober als LP und CD neu aufgelegt. Volker Kriegels Kompositionen trugen dazu bei, den einzigartigen Klang des Quartetts zu schaffen. Die Musik von Dave Pike, Hans Rettenbacher, Peter Baumeister und Volker Kriegel umfasste Jazz, Funk, Psychedelia, Avantgarde, Rock und exotische Klänge, nicht zuletzt beim Sitar-Stück „Mathar“, das vielfach gesamplet und remixed wurde.

Noisy Silence – Gentle Noise erscheint als 180gr Vinyl sowie als Digipak. Für das Audio wurde das original Masterband digitalisiert und für CD und LP mit einem dezenten Remastering aufgefrischt. Das Artwork wurde um zusätzliche Fotos von der Aufnahme-Session der Band im MPS-Studio in Villingen erweitert.

Kriegel-Today01Am 22. und 23. November 2018 fanden im Sendesaal des hessischen Rundfunks in Frankfurt zwei Konzerte der hr-Bigband (international: Frankfurt Radio Big Band) mit Kompositionen von Volker Kriegel statt. Eine Auswahl der besten Momente beider Abende erscheint Ende April auf CD auf dem Moosicus Label von MiG-Music. Für diejenigen, die das erste Konzert seinerzeit per Live-Stream verfolgt haben: Die Musik wurde jetzt nachhaltig neu abgemischt, das Ganze erscheint in komplett neuem Tongewand.

Diese Musik – eine Auswahl von immens variierenden Stücken aus den frühen 1970-er Jahren – war trotz ihrer Komplexität recht populär, raffiniert und eingängig am Puls der Zeit. Um dem gerecht zu werden, teilte Jim McNeely die höchst eigenwillige Kunst des Komponisten/Gitarristen Kriegel auf drei Gitarrenvirtuosen auf, um somit das breite Spektrum dieser Klangwelt angemessen hörbar zu machen und auch um den direkten Vergleich mit nur einem Solisten zu vermeiden: Es sind der hr-Bigband-Gitarrist Martin Scales, John Schröder aus Frankfurt, Schlagzeuger und Gitarrist in verschiedenen Formationen, und schließlich der niederländische Thelonious Monk-Preisträger Jesse van Ruller.

Aber auch die Solisten der hr-Bigband, allen voran die Saxophonisten Tony Lakatos, Heinz-Dieter Sauerborn und Steffen Weber, der Bassist Hans Glawischnig und der Schlagzeuger Jean-Paul Höchstädter, setzen mit unerschütterlichem Timing ihre Kontrapunkte zum Gesamtkonzept. Hätte Volker Kriegel im Sendesaal gesessen: Die Abende hätten ihm ganz sicherlich gefallen!

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Am 18. Oktober erscheint die Doppel-CD Two Concerts auf dem Moosicus-Label von MIG Music und bietet mitreißende und bislang unveröffentlichte Konzertmitschnitte aus zwei ganz unterschiedlichen Schaffensphasen von Volker Kriegel (1943 – 2003):  zum einen 1979 mit dem erweiterten Mild Maniac Orchestra und einheimischen Gastnmusikern im nigerianischen Lagos und zum anderen 1990 mit seiner letzten Band in Bochum.

1979 war Volker Kriegel in der deutschen und auch europäischen Jazzrock-Szene als feste Größe etabliert. Unter der Ägide des Goethe-Instituts tourte er Anfang 1979 mit seinem Mild Maniac Orchestra und Gästen durch elf Länder West- und Ostafrikas. Von den vorliegenden Mitschnitten zeigte dieses abendliche von zwei Konzerten in Lagos die überzeugendste Spiel- und Aufnahmequalität.

Zeitsprung ins Jahr 1990: Volker Kriegel spielt mit neuer Band in Bochum. Nur Keyboarder Thomas Bettermann ist vom alten Mild Maniac Orchestra geblieben. Die Neuzugänge sind Saxophonist Christof Lauer und die Rhythmusgruppe bestehend aus Bassist Michael Schürmann und Schlagzeuger Thomas Alkier. Obwohl die Band von 1987 bis 1993 zusammenspielte, ist die letzte Karrierephase Volker Kriegels als Bandleader bislang nur durch das Studioalbum „Palazzo Blue“ (1987) dokumentiert, das deutlich „jazziger“ ausfiel und längere Solo-Passagen und ausführlichere Improvisationen hören ließ als in den Tagen des Mild Maniac Orchestras. Die Aufnahmen aus Bochum sind dazu das perfekte Live-Pendant.

Live in Bochum füllt – wie auch Live in Lagos – eine Lücke in Kriegels musikalischem Werk.

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VolkerKriegel_MildManiac_2Vinyl_Mockup_2000px72dpiMild Maniac (Diskographie), die einzige LP von Spectrum, der gemeinsamen Band von Volker Kriegel und Eberhard Weber, erscheint 42 Jahre nach dem letzten Reissue beim Moosicus-Label von MIG Music endlich wieder auf Vinyl. Die Aufnahmen wurden von den Originalbändern aus Volker Kriegels persönlichem Archiv remastert. Alle Bonus-Tracks der CD-Version finden sich auf der zweiten LP. Die Auflage der neuen Vinyl-Edition beträgt 500 Stück.

VK_MIGAm 25. Januar 2019 erscheinen gleich drei Alben von Volker Kriegel bei Moosicus, dem Jazz-Label von M.I.G., neu remastert von den Originalbändern und mit bislang unveröffentlichten Bonus-Material: MILD MANIAC, erstmals überhaupt auf CD, SCHÖNE AUSSICHTEN im rundumerneuten Sound, und mit BITON GROOVES erscheinen erstmals alle raren Aufnahmen für das Biton-Label auf Doppel-CD.

Möglich wird dies durch die Erschließung des umfangreichen persönlichen Tonband-Archivs von Volker Kriegel. Wie es dazu kam, erzählt einer der maßgeblichen Initiatoren, Friedrich-Wilhelm Meyer:

„Um einen Schatz zu heben, braucht es die richtigen Enthusiasten zur richtigen Zeit. Der Schatz? Das persönliche Tonbandarchiv des Gitarristen und Bandleaders Volker Kriegel (1943 – 2003). Von diesem erfuhr ich über Alexander Pawlak (Redakteur, in der Freizeit Mitarbeiter bei Volker-Kriegel.de. Da mir aus eigener Erfahrung bewusst war, wie begrenzt die Haltbarkeit solcher Bänder ist, schlug ich vor, diese schnellstmöglich zu digitalisieren; Bewahrung nicht Verwertung hieß das primäre Ziel. Die Sichtung im Mai 2018 führte 130 Bänder unterschiedlichster Art und Länge zutage: Masterbänder originaler Alben von Volker Kriegel bzw. Volker Kriegel mit dem Dave Pike Set, Konzertmitschnitte, Musik für Film, Fernsehen, Theater, Jingles und die umfangreiche Dokumentation der Afrika-Tournee des Mild Maniac Orchestras von 1979.

Über meinen Freund Peter Brkusic (Co-Autor unseres Buches über Jack Bruce) war ich mit dem versierten Toningenieur Johannes Scheibenreif in Wien in Kontakt gekommen. Der war sofort Feuer und Flamme für das Vorhaben, den musikalischen Nachlass eines so wesentlichen Musikers wie Volker Kriegel zu erschließen. Mit dem Segen von Evelyn Kriegel hatten sich drei „Mild Maniacs“ gefunden. Bald darauf war ich mit den Bändern an Bord im Auto in Richtung Wien unterwegs.

Einige Tage der gemeinsamen Sichtung zeigten: Wir hatten einen audiophilen Schatz vor uns. Gut 90 Prozent der Bänder waren noch in einem exzellenten Zustand. Die zumeist spartanische Beschriftung machte es nötig, alle digitalisierten Inhalte sorgfältig zu erfassen und zu katalogisieren. Dieses geschah im engen Austausch zwischen Wien (J. Scheibenreif) und Heidelberg (A. Pawlak). Dann startete als zweite Stufe das Remastering, nun zwischen Wien und Stuttgart (F.-W. Meyer) – ein sehr sorgfältiger Prozess mit leidenschaftlichem Ringen um das beste Ergebnis.

Doch das Ergebnis kann sich hören lassen! Unter der Ägide vom Johannes Scheibenreif ließ sich mit Hilfe heutiger Technik ein strahlender und bewusst voller und reifer Sound restaurieren. Dabei ging es uns darum, Volker Kriegels Œuvre akustisch ins Hier und Jetzt zu bringen, dabei aber die originale Intention der Musik zu wahren. Auf manche Unarten heutiger Studioanwendungen wie übermäßige Kompression etc. wurde bewusst verzichtet. Und letztlich gibt es auch für die kreativsten und sorgfältigsten Optimierungen sehr klare Grenzen. Die Aufnahmen sind schließlich bis zu 50 Jahre alt, die Musik selbst klingt alles andere als angestaubt.

Rasch war klar: Die gesammelten Aufnahmen sind nicht nur historisch interessant, sondern es findet sich Material, das eine Veröffentlichung wert ist. Manfred Schütz hatte bei MIG-Records bereits zwei Kriegel-Veröffentlichungen im Programm: Die CD-Veröffentlichung der raren Debüt-LP „With A Little Help From My Friends“ von 1968 und das CD/DVD-Paket „Jazzfest Berlin ´81“. Der Kontakt zu Ev Kriegel war damit etabliert. Die Beispiele des neuen Remasterings aus den Archivbeständen überzeugten und so können mit bewährter Schütz-Hilfe (sic!) die nächsten Kriegel-Alben auf den Weg gebracht werden – mit ausgewähltem attraktivem Bonus-Material! Dass dieses jetzt auf dem auf Jazz spezialisierten Sublabel „Moosicus“ geschieht, ist nur folgerichtig. Das Werk des vielseitigen Künstlers Volker Kriegel hat schließlich auch einen berühmten Elch vorzuweisen.

Kriegel-RolleZur großen Volker-Kriegel-Ausstellung im Caricatura Museum Frankfurt ist eine im wahrsten Sinne des Wortes runde Sache erschienen: Round not Square, veröffentlicht eine über 8 Meter lange Cartoon-Rolle von Volker Kriegel. Die Zeichnungen dafür entstanden zwischen 1993 und 1998 auf einem Rollenrest aus einer Druckerei. Das exklusive Werk mit den übermütig-virtuosen Zeichnungen von Volker Kriegel ist im Museumsshop zu erwerben oder über den Verlag zu bestellen.